Teamercard-Ausbildung

Bei der Teamercard-Ausbildung des CVJM Göttingen handelt es sich um eine verbandsinterne Ausbildung, die einige Inhalte der Ausbildung zur Jugendleiterin/ zum Jugendleiter kombiniert mit viel Raum, Zeit und Übung für praktisches Ausprobieren und Kennenlernen von Gruppenspielen und deren Anleitung.

Die Ausbildung wurde entwickelt mit dem Ziel Jugendliche in den Klassen 7, 8 und 9 in Berührung zu bringen mit verbandlicher Jugendarbeit. Insbesondere sollen solche Jugendliche erreicht werden, die ansonsten nicht im Jugendverband auftauchen.

Aktuell führt der CVJM Göttingen die Teamercard-Ausbildung an den drei Göttinger Gesamtschulen durch, angepasst an die unterschiedliche Schulstruktur:

  • an der Georg-Christoph-Lichtenberg-Gesamtschule (IGS Geismar) seit dem Schuljahr 2016/2017 im Profilbereich am Nachmittag für die Jahrgangsstufen 7, 8 und 9, einmal pro Halbjahr.
  • an der „Geschwister-Scholl-Gesamtschule“ (früher KGS) seit dem Schuljahr 2017/2018 im FLiP-Kurs (Freies Lernen im Projekt)  für die Jahrgangsstufe 9, jeweils ein ganzes Schuljahr lang.
  • an der „Neuen IGS Göttingen“ seit dem Schuljahr 2017/2018 am Projekttag für die Jahrgangsstufe 7 zum Thema Spielen, einmal jährlich.

Umgangssprachlich sagen wir, dass die Teamercard eine Vorstufe zur offiziellen Jugendleiterkarte darstellt, wobei es hier keine zwingenden Zusammenhänge gibt. Die JuLeiCa kann ganz unabhängig hiervon erworben werden.

Mit einem klassischen jugendverbandlichen Angebot an und in der Schule bewegen wir uns mit der Teamercard in einem herausfordernden Spannungsfeld: Ist eine der Grundprinzipien in der verbandlichen Jugendarbeit doch Freiwilligkeit, findet die Teamercard-Ausbildung in unserem Falle zumeist im Wahlpflichtbereich statt und unterliegt damit auch der Dynamik an Schule u.U. bewertet werden zu müssen. Teilweise muss „Nicht-Motivation“ bewältigt werden, die Ausbildung findet an der Schule, d.h. im Schulgebäude statt und bei der anleitenden Person wird ggf. kein Unterschied zum Lehrer/ zur Lehrerin gesehen. Dadurch finden manche im Jugendverband klassischerweise verorteten und an Schule teilweise unmöglichen Prozesse nicht oder nur teilweise statt. Aktuell funktioniert Schule in Deutschland nicht ohne Druck, verbandliche Jugendarbeit muss aber ganz ohne (Leistungs-)Druck stattfinden. Hier müssen leider Abstriche gemacht werden. Diese Abstriche sind angesichts der Zielgruppe und den positiven Effekten bei den Jugendlichen wichtig zu kennen, ansonsten sind sie ergebnisorientiert zu vernachlässigen.

Die Teamercard-Ausbildung ersetzt keine Ausbildung mit dem vom Land Niedersachsen im Runderlass aufgestellten Inhalten zum Erwerb der JuLeiCa. Gleichzeitig sind die Jugendlichen durch die Teamercard-Ausbildung vorbereitet und ausgebildet für einen Einsatz „im Team am Kind“, d.h. mit nur eingeschränkter oder auch keiner eigenen Verantwortung Gruppenprozesse mit Hilfe von Spielen mitzugestalten. Damit erfüllen wir eine unserer selbstgesetzten Grundaufgaben, nämlich „junge Menschen in ihrem Selbstvertrauen zu stärken und in ihrer Sozialkompetenz zu fördern“. Unserer Meinung nach können Jugendliche mit der Teamercard als erster Grundlage hervorragend im (eigenen) Jugendverband oder durch den Erstkontakt auch im CVJM durchstarten und/oder sie können sich ihr eigenes Engagementfeld suchen, z.B. in der Schule selbst.

Theorieinhalte sind

  • Spielpädagogischer Einstieg
  • Spielekategorien
  • Aufgaben und Herausforderungen einer guten Spielleitung
  • Aufsichtsplicht
  • Jugendschutzgesetz

 

Teamercard-Wochenende

Als abschließendes Highlight gehört ans Ende einer Teamercard-Ausbildung das Teamercard-Wochenende. Dies ist eine Maßnahme außerhalb von Schule und auch keine Schulveranstaltung. Sie bietet aber die Gelegenheit, in der inzwischen gewachsenen Gruppe, den Teilnehmenden das besondere Flair und die besondere Freiheit von Jugendverbandsarbeit zu vermitteln.

Wir führen dieses Wochenende seit Beginn des Formats von Freitagnachmittag bis Sonntagmittag auswärts im Haus des CVJM Kassel e.V. durch, das uns für diese Zwecke eine hervorragende Umgebung bietet.

Spieleliste

Zentrales Ergebnis der Teamercard-Ausbildung ist die „Spieleliste“, eine Liste aller Spiele, die im Laufe des jeweiligen (Halb-) Jahres gespielt wurden und prinzipiell (ggf. mit weiteren Anmerkungen) den Teilnehmer*innen bekannt sind und von ihnen selbst angeleitet werden können. Damit verfügen die jungen Leute über einen nennenswerten Fundus zur Gestaltung von Gruppenprozessen in Schule, Jugendverband und darüber hinaus.

Spieleliste des Halbjahres 2017/2018 an der IGS Geismar

Für die Zukunft gilt es, das Format weiterzuentwickeln und besser auf die verschiedenen Anforderungen an den unterschiedlichen Schulen anzupassen. Wünschenswert wäre, dass auch die Göttinger Gymnasien die Chance zur weiteren sozialen Bildung für ihre Schülerinnen und Schüler erkennen und überlegen inwiefern sie selbst oder in Zusammenarbeit mit dem CVJM Göttingen diese Form von Arbeit beginnen können. An der Stelle sind unserer Einschätzung nach, die Gesamtschulen den Gymnasien voraus.